Rückblick Geriatriekongress 2013

Gruppenbild

Programm

Zwischen 21. und 23. März 2013 stand im Messezentrum Wien wieder der betagte und hochbetagte Mensch im Mittelpunkt des Interesses. Von der Prävention bis zur Rehabilitation, von der akutmedizinischen Versorgung bis zu Palliative Care reichte die Themenpalette beim Geriatriekongress 2013.

Unser Jahreskongress ist mit großem Erfolg zu Ende gegangen. Das Feedback unserer nationalen und internationalen KollegInnen war überaus positiv, sowohl bezüglich des Inhaltes, der Möglichkeit zur Diskussion in der neu erprobten Posterführung, als auch bezüglich der Stimmung.

Sharon Innoyue mit Ihren Referaten zum Thema Delir, die dank der besonderen Anstrengungen von Thomas Frühwald nach Wien gekommen ist, hat KollegInnen aller Berufsgruppen begeistert.

Jean-Pierre Michel hat in seiner Keynote lecture die Zukunftsentwicklung der Geriatrie klar dargestellt und für uns aktuelle und zukünftige Aufgaben präzisiert.

Die Symposien der Vertreter unserer befreundeten Fachgesellschaften haben den aktuellen Wissensstand kritisch reflektiert und auch hier zu neuen Forschungsinitiativen angeregt.

Die im Vorfeld der Tagung angebotenen Core-Curricula haben eine überaus positive Resonanz gehabt. Hier bedanke ich mich ganz besonders bei Peter Pietschmann, Bernhard Iglseder und Thomas Frühwald.

Hier noch einige Zahlen:

Vorträge: 149
Workshops: 4
Poster: 59
Firmensymposien: 7

TeilnehmerInnen: 676
Österreich: 534
Deutschland: 108
Schweiz: 30
Sonstige: 4

Besondere Events

Verleihung des Preises für humanistische Alternsforschung in Kooperation mit der MA 7, Kunst und Wissenschaft an Michael Haneke, 20. März 2013

Nach einem gemeinsamen Besuch im Votivkino, wo wir den Film „Amour“ in einer geschlossenen Gruppe sehen konnten, fand die Verleihung des Preises im Rahmen einer Wiener Vorlesung Im Festsaal des Wiener Rathauses durch Obersenatsrat Univ.Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt und mich statt. Neben zahlreichen anderen Festgästen waren auch Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Landtagspräsidentin Marianne Klicka und der französische Botschafter anwesend.

Es ist uns gelungen klar dazustellen, dass „Amour“ nur die komplexe Situation der Betreuung nach einem akuten Krankheitsgeschehen zeigt, die Angehörige vor eine besondere Herausforderung stellt. Die auftretenden Probleme betreffen nicht nur Fragen der Aktivitäten des täglichen Lebens, sondern auch das soziale Gefüge, den familiären Zusammenhalt und die soziale Isolation der nächsten Angehörigen. Der Film bietet keine Lösungen, sondern fordert Achtsamkeit, Zeit von einem professionellen, multidisziplinären geriatrischen Team und neben der Verfügbarkeit auch die Vernetzung dieser wichtigen Personen ein. Um auch tatsächlich zeitgerecht den betroffenen zur Verfügung zu stehen, werden wir noch viele Anstrengungen unternehmen müssen. Ich verstehe daher den Film „Amour“ und die daraus resultierende Diskussion als Arbeitsauftrag für unsere Gesellschaft.

Eröffnung

Die Eröffnung des Kongresses fand mit großem politischem Komitment statt. So war es uns eine große Ehre die unterstützende Grußadresse von Bundesminister Alois Stöger und MMag. Staudinger in Stellvertretung von Bundesminister Rudolf Hundstorfer zu hören. Die Stadt Wien wurde durch Landtagspräsidentin Marianne Klicka repräsentiert, die Österreichische Ärztekammer durch Präsident Dr. Michael Lang. Die Präsidenten unserer mitveranstaltenden Fachgesellschaften waren bei der Eröffnung anwesend. Präsident Prof. Dr. Ralf Schulz brachte ein flammendes Pläydoyer für die Geriatrie.

Ignatius Nascher Preis der Stadt Wien für Geriatrie

Die Verleihung des Ignatius Nascher Preises der Stadt Wien für Geriatrie fand im Rahmen eines Bürgermeisterempfanges anlässlich des Wiener Geriatriekongresses statt.

Für den Ignatius Nascher Förderpreis der Stadt Wien für Geriatrie wurden 17 Publikationen und Projekte von renommierten Arbeitsgruppen aus dem In- und Ausland eingereicht. Die Bewertung der eingereichten Arbeiten und Projekte erfolgte nach folgenden Kriterien: wissenschaftliche Originalität, geriatrisch – medizinische oder gerontologische Relevanz, praktische Umsetzbarkeit, Nachhaltigkeit, Bedeutung für die Zukunft.

Aus den eingelangten Arbeiten hat die Jury Herrn Univ.-Doz. Dr. Stefan Pilz von der Medizinischen Univ. Klinik Graz, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel für seine Arbeit „Low 25-hydroxyvitamin D is associated with increased mortality in female nursing home residents.“ ausgewählt.

Die Arbeit erschien 2012 im „The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism“. Ko-Autoren waren H. Dobnig, A. Tomaschitz, K. Kienreich, A. Meinitzer, C. Friedl, D. Wagner, C. Piswanger-Sölkner, W. März, A. Fahrleitner-Pammer.

Ich freue mich ganz besonders, dass Dr. Stefan Pilz nun einen Antrag auf Aufnahme in unsere Fachgesellschaft gestellt hat.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde untenstehendes Foto aufgenommen. Es zeigt, wie stark sich unser internationales deutschsprachiges Netzwerk entwickelt hat. Es steht als Garant für einen zukünftigen weiterführenden Gedankenaustausch, gemeinsame Projekte und nachhaltige Umsetzung.

Posterpreisverleihung

Juryvorsitzende:
Thomas Frühwald
Dieter Lüttje

Jurymitglieder:
Peter Dovjak
Thomas Egger
Markus Gosch
Hans-Jürgen Heppner
Thomas Münzer
Sabine Pleschberger

Es wurden sieben Posterpreise vergeben.

Aus dem wissenschaftlich orientierten Teil der Geriatrie:

  1. A 3-Hour diagnostic algorthm for non-ST-elevation myocardial infarction using high-sensitivity cardiac Troponin T in unselected older patients presenting to the emergency department.
    Philipp Bahrmann, M. Christ, A. Bahrmann, H. Rittger, H.-J. Heppner, St. Achenbach, Th. Bertsch, C.C. Sieber, D
  2. Schwerhörigkeit als häufig übersehene Co-Morbidität einer dementiellen Erkrankung
    Michael Lerch, M. Decker-Maruschka, D
  3. Anticholinerg? Decholinerg? Vorschlag für ein Composite-Tool mittels multidisziplinärem Delphie-Verfahren
    Birgit Böhmdorfer, Th. Frühwald, T. van der Cammen, M. Nagano, A. Henein-McNair, U. Sommeregger, E. Mann, G. Geyer, S.M. Janowitz, M. Gosch, P. Schwarzinger, M. Wawruch, M. Petrovic, B. Iglseder, A, NL, GB, SL, B

Bereich Versorgungsforschung:

  1. Pflegeprobleme in österreichischen Pflegeheimen: Ergebnisse der Europäischen Pflegequalitätserhebung
    Silvia Schönherr, A
  2. Netzwerk Geriatrie Graz – Bericht über einen Versuch der Versorgungsverbesserung
    Maria Wendler, A

Aus dem Bereich Patientenversorgung

  1. Anwendung ätherischer Öle in der Pflegepraxis
    Doris Kamleitner, A
  2. Ein Mosaik – Kunst? Betätigung? Beschäftigung? Oder mehr?
    Lisa Dorfer und Anna Haderer, A

Mit dieser Posterpreisvielfalt werden wir auch dem Anspruch unserer Fachgesellschaft, für Geriatrie und Gerontologie zuständig zu sein, gerecht.