Verleihung des Preises für humanistische Alternsforschung in Kooperation mit der MA 7, Kunst und Wissenschaft an Michael Haneke, 20. März 2013

Im Rahmen der Wiener Vorlesung wurde Michael Haneke der „Wiener Preis für humanistische Altersforschung“ der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie überreicht.

Nach einem gemeinsamen Besuch im Votivkino, wo wir den Film „Amour“ in einer geschlossenen Gruppe sehen konnten, fand die Verleihung des Preises im Rahmen einer Wiener Vorlesung im Festsaal des Wiener Rathauses durch Obersenatsrat Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt und mich statt. Neben zahlreichen anderen Festgästen waren auch Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Landtagspräsidentin Marianne Klicka und der französische Botschafter anwesend.

Es ist uns gelungen klar dazustellen, dass „Amour“ nur die komplexe Situation der Betreuung nach einem akuten Krankheitsgeschehen zeigt, die Angehörige vor eine besondere Herausforderung stellt. Die auftretenden Probleme betreffen nicht nur Fragen der Aktivitäten des täglichen Lebens, sondern auch das soziale Gefüge, den familiären Zusammenhalt und die soziale Isolation der nächsten Angehörigen. Der Film bietet keine Lösungen, sondern fordert Achtsamkeit, Zeit von einem professionellen, multidisziplinären geriatrischen Team und neben der Verfügbarkeit auch die Vernetzung dieser wichtigen Personen ein. Um auch tatsächlich zeitgerecht den betroffenen zur Verfügung zu stehen, werden wir noch viele Anstrengungen unternehmen müssen. Ich verstehe daher den Film „Amour“ und die daraus resultierende Diskussion als Arbeitsauftrag für unsere Gesellschaft.

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