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Kognitives Defizit nach Abklingen postoperativen Delirs
Kognitives Defizit nach Abklingen postoperativen Delirs

Kognitives Defizit nach Abklingen postoperativen Delirs

Bleibt ein kognitives Defizit nach Abklingen eines postoperativen Delirs?

Einleitung:

Prim. Dr. Peter Dovjak
Prim. Dr. Peter Dovjak


Bis zu drei Viertel aller Patienten einwickeln nach einem herzchirurgischen Eingriff ein Delir. Bei Patienten mit höherem Alter, niedrigem Bildungsgrad und beim Vorhandensein von Begleiterkrankungen ist das Risiko erhöht. Ob nach Abklingen des Delirs ein kognitiver Verlust bleibt ist nicht bekannt. Das Ziel der Studie war es, dies zu erheben.

Methode:

Über 60-Jährige wurden in einem prospektiven Studiendesign vor einem herzchirurgischem Eingrifft (Bypass- oder Klappenersatzoperation) einbezogen, erhoben wurden die Daten in einem Veterans Adminstration-Spital und zwei akademischen medizinischen Zentren. Von 461 Patienten, welche die Eingangskriterien erfüllen, konnten 225 nachverfolgt werden. Die Testungen waren der Mini-Mental Test (MMS), Confusion Assessment Method (CAM), Katz-Score zur Beurteilung der Selbstständigkeit im Alltag und der Charlson Comorbidity Index zur Beurteilung der Begleiterkrankungen.

Resultate:

Das Durchschnittsalter lag bei 73+6,7 Jahren, 25 % waren Frauen, ein Jahr wurde durchschnittlich nachuntersucht. Ein Delir erlitten 46 %, dabei dauerte es bei 65 % 1 –2 Tage und bei 35 % 3 oder mehr Tage. Die eingangs erwähnten Risikofaktoren wurden bestätigt. Der Verlauf des Delirs zeigt eine rasche Verbesserung innerhalb von 3 Tagen und danach eine langsame Verbesserungskurve bis zum 183. Tag nach Beginn. Auch nach einem Jahr war der MMS durchschnittlich um etwa einen Punkt schlechter.

Diskussion:

Die Autoren schließen aus den Daten auf eine längerdauernde Störung der kognitiven Funktion nach Abklingen eines Delirs. Etwa der Patienten 46 % hatten auch nach einem halben Jahr bis zu einem Jahr noch weitere Verbesserungen der kognitiven Funktion. Das Delir muss daher auf die Liste der Ursachen für eine Beeinträchtigung nach einem kardiochirurgischem Eingriff neben Vorhofflimmern, Depression und cerebrovaskulärer Erkrankung kommen.

Literatur:

Saczynski JS, Marcantonio ER, Quach L et al (2012) Cognitive Trajectories after Postoperative Delirium. N Engl J Med 367: 30-39
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Rezensent:

Prim. Dr. Peter Dovjak
Leiter der Akutgeriatrie LKH Gmunden
Email: peter.dovjak@gespag.at

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